Die Geschichte des Miniatur Bullterrier


Der Ursprung des heutigen Bullterriers geht nach England, Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.
Von vielen Versuchen eine spezielle, zweckgebundene, neue Hunderasse aus einer Terrier-Bulldog-Verbindung zu züchten, war aus heutiger Sicht der Züchter und Hundehändler aus Birmingham, James Hinks, am erfolgreichsten.

Der Bullterrier ist eine Kreuzung zwischen der englischen Bulldogge alten Typs, dem Old/White English Terrier (mittlerweile ausgestorben, Vorgänger des Black and Tan Terrier) und dem Dalmatiner. Noch heutzutage gibt es in der Rassehundezucht von Bullterriern noch immer Rassevertreter, die dem Äußeren nach zum einen oder anderen Rasseahnen hin tendieren.

Von der Bulldogge stammt die Substanz sowie die Knochenstärke; starke Kiefer; die markante Rippenwölbung; eng anliegendes, glattes Fell und die Farbe. Auch die unerwünschten Eigenschaften treffen wir heute noch teilweise an, wie Pigmentfehler; offene, runde Augen; Vorbiß; ungerade Läufe und nicht geschlossene Pfoten.

Viele qualitätvolle Eigenschaften stammen vom Terrier. Das kleine, dunkle Auge; gute Ohren; die obere und untere Linie; korrekt gewinkelte Hinterhand und das reinweiße Fell. Wenig Substanz und schwache Knochen sind allerdings auch ein Terriererbe.

Durch die Einkreuzung des Dalmatiners wurde der anatomische Aufbau verbessert. Er brachte die noch fehlende Eleganz, sowie eine Verbesserung des Gangwerks. Sticks (Flecken) im Fell und gelegentliche Hochläufigkeit sind die Nachteile.

Durch die Paarung derart ungleicher Hunderassen war / ist die Variationsbreite der Nachkommen sehr breit gefächert. Was aber aller Abweichungen verband war / ist:
das Wesen ! ....
Ungestüm, zäh, schnell, mit beweglicher Intelligenz.

Ursprünglich wurden Bullterrier von James Hinks als reinweiße Begleithunde gezüchtet.
Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden durch die Einkreuzung von Staffordshire Bullterriern farbige Tiere.
Farbige Bullterrier wurden 1933 vom englischen Kennel Club anerkannt, obwohl sich viele Vereine und Züchter dagegen wehrten.

Beim Miniatur Bullterrier handelt es sich um eine bestimmte Größenvarietät innerhalb der Bullterrier, die als eigene Rasse abgetrennt und definiert wurde.

Anhand von zeitgenössischen Quellen konnte aufgeklärt werden, dass es James Hinks nie darum ging eine neue "Kampfhunderasse" zu erschaffen. Der Bullterrier war nie "Kampfhund", auch wenn einige Autoren diese Tatsache ignorieren. Als Beispiel sei hier stellvertretend der viel zitierte Kampf des Hink’schen „Puss“ gegen eine viel stärkere Hündin in der schummrigen Kneipe in Long Acre genannt. Diesen Kampf hat es nie gegeben, er ist ein Mythos. Anhand von Ausstellungskatalogen von 1860 lässt sich belegen, dass dieser Kampf nie stattfand – war doch die schummrige Kneipe zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 20 Jahre nicht mehr existent.